Zwischenwelten während der Flucht

Die Thusneldaschule ist eine Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage und betreibt schon lange eine Kooperation mit dem Kulturladen Loni-Übler-Haus zur Durchführung entsprechender Aktionen. So fand im Februar – während einer kurzen Phase des Wechselunterrichts – ein interessantes Projekt zum Thema Flucht statt. Schwerpunkt war eine künstlerische Auseinandersetzung damit. Sylvia Kohlbacher (Loni-Übler-Haus) und Mohamad aus Palästina besuchten die Klasse für zwei Tage. Das Projekt wurde im Rahmen der “Nürnberger Wochen gegen Rassismus” durchgeführt.

Der vierundzwanzigjährige Hamudie (so sein Rufname) erzählte den Kindern von seiner Flucht aus dem Libanon. Er selbst ist zwar aus Palästina, lebte aber die ganze Zeit im Libanon. Vor einigen Jahren entschied er sich für eine Flucht nach Deutschland, da er auch im Libanon nicht in Frieden leben konnte. Den Kindern berichtete er von den teils sehr dramatischen Erlebnissen während seiner Flucht und viele waren sichtlich bewegt. Sie stellten zahlreiche Fragen, auf die Hamudie sehr offen einging. Vielen wurde klar, dass dies Zwischenwelten waren, die sie sich so gar nicht vorstellen konnten.

Nach dem Besuch setzten sich sie Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage auseinander, was Hamudie hätte helfen können, als er nach Deutschland kam – dies geschah nicht nur in Form von Spielen und Gesprächen, sondern vor allem auf kreative Weise: Die SchülerInnen malten und zeichneten konkrete oder auch symbolische Bilder, die einen bunten Reigen an Möglichkeiten zeigen, wie wir alle Geflüchteten helfen können. Dass tatkräftige Hilfe auch in vielen anderen alltäglichen Bereichen notwendig ist und wir alle – auch die Kinder – uns schon einmal Hilfe und Zusammenhalt gewünscht haben, kam in den begleitenden Gesprächen heraus. All diese Gedanken flossen in die Kunstwerke der Zweitklässler ein. Zu ihrem Bild sollten sich die Kinder einen Titel bzw. einen aussagekräftigen Spruch überlegen: ob das Bild den Spruch unterstützt oder umgekehrt, war auch den jungen Künstlern überlassen. Manche gingen von ihrem gewählten Satz aus, andere fanden nach dem Zeichnen des Bildes einen Titel dazu.

Klasse 2a